Viel beachtet, stark subventioniert: Doch Solarpanels decken erst 4 % des Schweizer Stromkonsums © hpg.
Ab 2010 nimmt Stromkonsum pro Kopf stark ab © Quelle BFE, Grafik:Guggenbühl

Weniger Stromkonsum wirkt mehr als alternative Stromproduktion

Hanspeter Guggenbühl / 22. Jul 2020 - Die Förderung von Alternativstrom steht im Fokus der Energiewende. Doch wirkungsvoller ist die Steigerung der Energieeffizienz.

Die Schweizer «Energiestrategie 2050» steht auf zwei Beinen: Sie bezweckt einerseits die Verminderung des Energiebedarfs mittels Effizienzsteigerung, andererseits den Ersatz von nicht erneuerbarer durch erneuerbare Energie. In Politik und Medien dominiert dabei die zweite, die produktionsorientierte Sicht: Mehr Strom aus Wasser-, Wind-, und Solarkraft soll Atomstrom, aber auch Erdöl und Erdgas ersetzen.

Doch dieser einseitige Fokus kontrastiert mit der Wirksamkeit. Als wirkungsvoller und wirtschaftlicher als der Umstieg auf erneuerbare Energie erwies sich in den letzten beiden Jahrzehnten die Steigerung der Energieeffizienz, dies insbesondere im Bereich Elektrizität. Das zeigt eine Auswertung der Energie- und der Elektrizitätsstatistik seit dem Jahr 2000.

Verbrauchsziele für 2020 bereits erreicht

Das Energiegesetz als Grundlage der neuen Energiestrategie verlangt unter dem Titel «Verbrauchsrichtwerte»: Der gesamte Energiekonsum in der Schweiz (Stufe Endenergie) pro Person soll im Jahr 2020 um 16 Prozent gesenkt werden gegenüber dem Stand im Jahr 2000. Beim Konsum von Elektrizität pro Person ist im gleichen Zeitraum eine Reduktion um 3 Prozent anzustreben.

Beide Ziele haben wir bereits erreicht. Das zeigen die neuste Elektrizitäts- und die (demnächst erscheinende) Gesamtenergiestatistik: Im Jahr 2019 konsumierten Bevölkerung und Wirtschaft in der Schweiz pro Person 17,5 Prozent weniger Endenergie insgesamt und 8,5 Prozent weniger Elektrizität als im Jahr 2000. Der Stromverbrauch sank deshalb weniger stark als der Energieverbrauch insgesamt, weil der Anteil des Stroms im Energiemix zunimmt; dies vor allem auf Kosten von Heizöl. Wetter und Klima hingegen spielen bei diesem langfristigen Vergleich keine Rolle, denn die massgebende Zahl der Heizgradtage war in den Jahren 2000 und 2019 nahezu identisch.

Entwicklung des Konsums von Endenergie (blau) und Strom (orange) pro Kopf der Bevölkerung in der Schweiz von 2000 bis 2019 sowie gesetzlich Ziele 2020 für Energie (grau) und Strom (gelb). Alle Daten indexiert: Jahr 2000 = 100 Indexpunkte. Quelle: BFE, Grafik: Guggenbühl

Die Entwicklung des Energie- und des Stromverbrauchs pro Kopf von 2000 bis 2019 zeigt die obenstehende Grafik. Dabei fällt auf: Vor allem ab 2010 verlaufen beide Kurven deutlich abwärts. Das ist zum kleinen Teil auf die Witterung (im Jahr 2010 waren Wintermonate kälter als 2000, 2015 und 2019), zum grossen Teil jedoch auf die Steigerung der Effizienz beim Heizen und bei der Elektrizität zurückzuführen. So übertraf die höhere Stromeffizienz – immer pro Kopf – ab dem Jahr 2010 die weiter zunehmende Menge an elektrischen Geräten und Anlagen.

Im Zieljahr 2020 dürfte der Energie- und Stromkonsum aufgrund der coronabedingten Rezession noch deutlich weiter sinken. Die Verbrauchsziele für das Jahr 2035 hingegen (minus 43 Prozent weniger Endenergie insgesamt und minus 13 Prozent weniger Strom pro Person) liegen noch fern.

Langsamer Umstieg auf erneuerbare Energie

Ziele respektive «Richtwerte» setzt das Energiegesetz auch für die alternative Produktion von Strom fest, nämlich folgende: «Erneuerbare Energien, ausgenommen aus Wasserkraft» (also Solar-, Windkraft, Biomasse und Geothermie zusammen) sollen «mindestens 4400 GWh» Strom im Jahr 2020 und «mindestens 11 400 GWh» Strom im Jahr 2035 erzeugen; eine GWh (Gigawattstunde) entspricht einer Million kWh (Kilowattstunden). Für die Wasserkraft allein strebt das Gesetz fürs Jahr 2035 eine Produktion von «mindestens 37 400 GWh» an.

Zum Vergleich: Im – wasserreichen – Jahr 2019 produzierten alle inländischen Kraftwerke zusammen 67 800 GWh; dies netto nach Abzug des Strombedarfs der Speicherpumpen. Davon entfielen 36 400 GWh auf Wasser-, 25 300 GWh auf Atomkraft, 3100 GW auf weitere thermische Kraftwerke (vorab Abfallverbrennung) und erst 3000 GWh Strom auf die übrigen erneuerbaren Energieträger Sonne, Wind und Biomasse.

Im Unterschied zu den Reduktionszielen im Energie- und Stromverbrauch dürften die Produktionsziele für die neue erneuerbare Stromproduktion (also exklusive Wasserkraft) 2020 wohl verfehlt werden. Und die Ziele fürs Jahr 2035 liegen in sehr weiter Ferne.

Die Effizienzsteigerung im Verbrauch erwies sich also als erfolgreicher als die zusätzliche Stromproduktion aus erneuerbarer Energie. Das belegt ein weiterer Zahlenvergleich: Während der Stromkonsum in der Schweiz – immer pro Kopf – vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2019 um 620 kWh sank, stieg die jährliche Stromproduktion pro Kopf aus Biogas-, Wind- und Solaranlagen zusammen um weniger als 300 kWh. Die zusätzliche erneuerbare Stromproduktion war also weniger als halb so gross wie die Stromeinsparung.

Finanzielle Mittel und Wirkung klaffen auseinander

Im Kontrast zur geschilderten Entwicklung steht die öffentliche Wahrnehmung. Studien und Techniken zur Erzeugung von Solarstrom sowie der Bau von Fotovoltaik-Anlagen finden in den Medien viel Beachtung und Goodwill. Von den Erfolgen im Bereich Energie- und Stromeffizienz hingegen ist ausserhalb der Fachpresse weniger oft die Schreibe. Auch die Schweizer Politik legt mehr Gewicht darauf, mehr Strom zu produzieren, als darauf, die Verschwendung im Stromkonsum zu vermindern.

So unterstützt der Bund die zusätzliche Stromproduktion aus Wasser-, Wind- und Solarkraft seit 2010 mit Förderbeiträgen in Milliardenhöhe, zuerst über die "Kostendeckende Einspeisevergütung" (KEV), später auch mittels Investitionsbeiträgen an neue Anlagen. Die Mittel dafür liefert eine Abgabe auf dem Stromkonsum in der Höhe von 2,3 Rappen pro kWh. Dieser «Netzzuschlag» spült jährlich rund 1,3 Milliarden Franken in den nationalen Subventionstopf. Der Grossteil dieses Geldes wird für die Förderung der erneuerbaren Stromproduktion verwendet. Mit der aktuellen Revision des Energiegesetzes will der Bundesrat diese Förder- und Subventionspolitik weiterführen. Damit missachtet die Landesregierung ihr früheres Versprechen, das bestehende Fördersystem zur Umsetzung der Energiestrategie in einer zweiten Etappe durch die Einführung von Lenkungsabgaben abzulösen.

Förderbeiträge zahlt der Staat zwar auch für Investitionen, die dazu dienen, den Verbrauch von Heizenergie in Gebäuden zu verringern. So unterstützen Bund und Kantone mit einem Teil des Ertrags aus der CO2-Abgabe wärmetechnische Sanierungen von bestehenden Gebäuden im Umfang von rund 400 Millionen Franken pro Jahr. Weit weniger Geld hingegen muss der Staat in die Steigerung der Stromeffizienz von Anlagen und Geräten buttern – also in jenen Bereich, in dem die Schweiz in den letzten Jahren die grössten Sparerfolge erzielte. Grund: Der Bund begrenzte, mehrheitlich im Schlepptau der EU-Normen, den Strombedarf von neuen Anlagen und Geräten mit Geboten und Verboten.

Diese Effizienzvorschriften sorgen dafür, dass der technische Fortschritt bei der Herstellung von neuen Geräten und Anlagen auch umgesetzt wird. Beispiele: Der Bund verordnete ein Verbot von Glühlampen, erleichterte damit den Durchbruch der viel effizienteren LED-Technik und senkte damit den Strombedarf im Bereich Beleuchtung. Oder er begrenzte den spezifischen Stromverbrauch von Haushaltgeräten ebenso wie diejenige von Industriemotoren. Solche Vorschriften kosten nichts, aber ermöglichten vor allem seit 2010 eine deutliche Reduktion des inländischen Stromkonsums.

Fazit: Griffige Verbrauchsvorschriften tragen mehr zur Energiewende bei als Subventionen für zusätzliche erneuerbare Stromproduktion.

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In einem zweiten Artikel werden wir einige der hier aufgeführten Aspekte vertiefen und zeigen, warum die Energiestrategie wackelt: Es fehlt ihr das dritte Bein.

Der dritte und letzte Teil dieser kleinen Energieserie widmet sich der neusten Revision des Schweizer Energiegesetzes.

Weitere Informationen zu diesem Thema auf Infosperber:

DOSSIER: Energiepolitik ohne neue Atomkraftwerke

Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors

keine

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13 Meinungen

Was soll dieser Artikel und diese Haltung ? Nur weil ein Ziel erreicht ist oder scheint, braucht man deswegen ja nicht aufzuhören. Zudem ist es völlig verkehrt, das Eine gegen das Andere auszuspielen. Natürlich ist momentan das Einsparen noch relativ leicht, da viele alte Stromfresser noch existieren. Das heisst aber doch nicht, dass in Zukunft der Strom nicht trotzdem aus alternativen Quellen kommen darf und soll. Denn der Strombedarf wird steigen. Schon jetzt versuchen Einige, anstatt clever zu bauen, einfach mit Kühlgeräten der sommerlichen Hitze und den Planungsfehlern zu entfliehen. Wenn das Schule macht, dann gehts aber ab in Zukunft. Wenigstens scheint ja in der Sommerhitze auch die Sonne. Also die Photovoltaik wird immer mehr Sinn machen. Dann kommt die Elektromobilität und die ganzen stromfressenden Serverinstallationen fürs Internet und andere Onlineservices. Die wollen alle bedient werden. Suffizienz ist dem sogenannt zivilisierten Menschen (noch) nicht eigen.

Mit solchen Artikeln jedenfalls und insbesondere mit solchen Titelzeilen und Faziten tut man niemandem etwas Gutes und schadet massiv der Sache und unserer Zukunft.
Andy Schnider, am 22. Juli 2020 um 12:23 Uhr
Hallo Herr Gugenbühl Sie sind für mich wohl der beste Journalist in der Schweiz was den Energiebereich betrifft. Trotzdem verstehe ich Ihr Fazit «Griffige Verbrauchsvorschriften tragen mehr zur Energiewende bei als Subventionen für zusätzliche erneuerbare Stromproduktion» nicht. Schon 2017 hat der Schweizer Nationalfond festgestellt (http://www.snf.ch/de/fokusForschung/newsroom/Seiten/news-170222-medienmitteilung-energieverbrauch-lenken-oder-foerdern.aspx), dass lenken 5 mal effektiver ist als fördern und verpflichtende Vorgaben. Sie selbst haben oft von Lenkungsabagben geschrieben. Warum also dieses Fazit, dass Ihren eigen früheren Aussagen widerspricht?
Antwort des Verfassers auf Ihre Frage: Beim "Netzzuschlag" handelt es sich eben nicht um eine Lenkungs- sondern um eine Förderabgabe, die dazu dient, die Stromproduktion aus erneuerbarer Energie quer zu subventionieren. Ich befürworte Lenkungsabgaben und bevorzuge ein - tatsächlich effektiveres - Lenkungssystem gegenüber dem bestehenden Fördersystem. Hanspeter Guggenbühl
Urs Anton Löpfe, am 22. Juli 2020 um 13:01 Uhr
Die Aussage der Bund macht nur Förderung der Erneuerbaren ist nicht ganz richtig!
Im Rahmen der BFE ProKilowatt Ausschreibungen betreibt die Effienergie AG seit 2014 „EffiWatt“ Förderprogramme zur Stromeffizienz in Gebäuden https://effienergie.ch/foerderprogramm/effiwatt/. Es konnten über 5’588 Gesuche bewilligt und eine Stromeinsparung gerechnet auf 15 Jahre von 284 GWh erreicht werden. Gefördert wurden Ersatz von Elektroboilern, Ersatz von Umwälzpumpen, Ersatz von Beleuchtung. In einer Analyse werden die Programme analysiert und verglichen und die gewonnenen Erkenntnisse und Empfehlungen aufgezeigt. Hier aus der Analyse von Effienergie im Auftrag des BFE zwei wichtige Kernbotschaften:
- Eine Verstärkung und insbesondere eine Verstetigung der Förderung von Stromeffizienzmassnahmen ist aus energiepolitischer Sicht mehr als sinnvoll. Die Kosten der untersuchten Förderprogramme für den Bund sind moderat und z.B. tiefer als die Stromgestehungskosten der Photovoltaik.
- Auch unter Berücksichtigung eines Mitnahmeeffektes von 25% sind die erzielten durchschnittlichen Stromeinsparungskosten von 1.74 Rp/kWh aus der Sicht des Bundes attraktiv und massvoll. Zum Vergleich: Der Beitrag der Einmalvergütung der Photovoltaik entspricht ca. 4 Rp/kWh. Daher ergibt sich, Energieeffizienz und die Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien sind keine Konkurrenten, sondern ergänzen sich sinnvoll!
Der Bericht könne Sie laden www.tnc.ch/datenanalyse-der-prokilowatt-programme-effienergie/
Thomas Nordmann, am 22. Juli 2020 um 13:20 Uhr
Im Kanton Zürich ist doch die 2000-Watt-Gesellschaft beschlossen. Würde die Politik dies als Zielvorgabe für jeden Hauseigentümer vorgeben und unterstützen, dann wäre in der Tat Einsparung wirksamer als Neuproduktion. Aber reden darüber bringt es nicht. Warum kann man nicht für jede Liegenschaft eine Ist-Analyse erstellen, die ermittelt, was zur Erreichung des 2000-Watt Zieles fehlt. Machbarkeit, Technik, Wirtschaftlichkeit, Realisierungskonzept.
Walter Schenk, am 22. Juli 2020 um 13:57 Uhr
Selbst wenn es so wäre, wie von Hanspeter Guggenbühl behauptet, hiesse das noch lange nicht, dass wir auf den Zubau von Photovoltaik-Anlagen verzichten sollten. Woher sonst käme denn in den kommenden Jahrzehnten der benötigte Strom? Aber es ist eben gar nicht so, wie behauptet. Das ist zwar die seit vielen Jahren immer wieder behauptete These von Guggenbühl, wir sollten einfach sparen, dann bräuchte es keinen zusätzlichen Strom. Unterlegt mit dem Faktum, dass der ProKopf-Verbrauch rückläufig ist. Dabei geht aber das Bevölkerungswachstum einfach vergessen - der Gesamtkonsum hat kaum abgenommen - und wird es mit der Elektrifizierung von Verkehr und Haustechnik ganz sicher nicht! Woher dann der benötigte Strom, wenn die AKW abgestellt werden? Die AKW-Betreiber danken auf jeden Fall für die Unterstützung, denn ohne Solarstrom müssen wir die AKW einfach länger laufen lassen.
Guntram Rehsche, am 22. Juli 2020 um 14:49 Uhr
Das eine tun und das andere nicht lassen! Die Grundstossrichtung des Artikels ist durchaus gut und richtig. Ich finde es aber nicht sinnvoll, das eine gegen das andere auszuspielen! Mit dieser Politik erreicht man nämlich am Ende nur, dass weder das eine noch das andere getan wird, da nämlich die Verhinderer von beidem jeweils genau diese Argumente anbringen, aber nur, um am Ende dann weder das eine noch das andere zu tun. Um unsere Ziele der 0-Watt-Gesellschaft zu erreichen braucht es beides: Substitution der bestehenden Energieproduktion auf der Basis nicht erneuerbarer Quellen durch erneuerbare Energien und gleichzeitig eine gewaltige Steigerung der Energieeffizienz. Nur in der Kombination von beidem erreichen wir am Ende das ambitionierte Ziel!
Dietrich Michael Weidmann, am 22. Juli 2020 um 18:33 Uhr
"Weniger Stromkonsum wirkt mehr als alternative Stromproduktion» Danke Herr Guggenbühl, dass Sie das
Sie das formulieren. Vielleicht bleibt das in manchen Köpfen - auch auf manch anderen Gebieten.
Danke`!!!!
Elisabeth Schmidlin, am 22. Juli 2020 um 23:19 Uhr
Energiebedarf minimieren ist richtig, macht aber Photovoltaik und Windenergie nicht weniger wichtig.
Wenn man CO2 minimieren will, muss der Anteil der fossilen Stromproduktion abnehmen.
Der pro Kopf Strombedarf wird mit der weiteren Zunahme der Elektromobilität zunehmen dafür aber den Benzin und Diesel Bedarf reduzieren.
In der CH haben wir mit der Wasserkraft, speziell mit den Pumpspeicherwerken optimale Voraussetzungen, um einen Überfluss der Solar- und Windenergie effizient zu speichern.
Im Moment wird das leider eher angewandt um während der Billigtarifzeit schmutzigen Strom aus dem Ausland «reinzuwaschen» und damit die Pumpspeicherwerke zu füllen. Was natürlich Umweltspezifisch eine Katastrophe ist.
Wenn man NUR auf den Preis IM MOMENT schaut, denkt man nicht weitsichtig.
Ein Gotthardtunnel hat im ersten Moment auch viel gekostet, aber später noch mehr gebracht!
Darum: alternative Energieproduktion muss zunehmen, fossile abnehmen, wenngleich ganz ohne wird es auch nicht gehen.
Peter Gander, am 23. Juli 2020 um 07:51 Uhr
@Guntram Rehsche
Bevölkerungswachstum, einer dieser Stereotypen! Wie sähe es aus mit dem Energiekonsum, wenn das Bevölkerungswachstum endlich gestoppt würde. Zurück auf vier Milliarden bis 2050! Das wäre Energiezukunft, nicht Kernkraftwerke solange laufen lassen, bis es knallt.
Walter Schenk, am 23. Juli 2020 um 12:17 Uhr
Eine Frage zur Energiestatistik: Wenn ein Haushalt eine PV-Anlage plus ggf. Batterie installiert und der vom EW gemessene Verbrauch vom Netz ins Haus sinkt (z.B. von 4000kWh auf 1000 kWh), geht das dann als «Effizienzgewinn» in die Statistik ein?
Antwort des Verfassers: Nein, der Eigenverbrauch von Solarstrom wird statistisch über die Produktionsstatistik erfasst, ist also im ausgewiesenen Stromverbrauch ebenfalls enthalten. Eine separaten Studie, die den - heute noch marginalen - Eigenverbrauch von Solarstrom abschätzt, also zwischen Eigenverbrauch und Netzeinspeisung differenziert, wird zurzeit im Bundesamt für Energie erarbeitet. Hanspeter Guggenbühl
Max Ursin, am 23. Juli 2020 um 15:00 Uhr
Das eine schliesst das andere nicht aus! Wir brauchen Steuerungsmassnahmen, Förderung wie auch Regeln. Effizienz ist natürlich wichtig, die kann man aber nicht einfach verordnen, die muss auch technisch machbar sein. Sonst fördert man nur Mogeleien, wie beim Dieselmotor.
Wichtig ist alle Register zu ziehen, hier das eine gegen das andere auszuspielen, schanzt nur denen Argumente zu, die gar nichts machen wollen.
Raymond Funke, am 23. Juli 2020 um 22:04 Uhr
Dieser Artikel vom geschätzten Hanspeter Guggenbühl ist schon fast etwas peinlich. Leider hat er das Ausmass und die notwendigen Anstrengungen einer erfolgreichen Energiewende offenbar nicht kapiert. Selbst wenn wir den absoluten Verbrauch der fossilen Energieträger mehr wie halbieren, müssen voll dekarbonisieren was einen massiven Zubau - mindestens das Doppelte - von erneuerbaren Energien erfordert. Seine Weigerung aktuelle zum Thema zur Kenntnis zu nehmen, rächt sich sträflich. Schade. WWW.ruedimeier.ch
ruedi meier, am 27. Juli 2020 um 08:42 Uhr
Man muss das von Fall zu Fall anschauen. Für 300 Franken kann man sich z.B. einen neuen Fernseher kaufen, der 50 Watt einspart. Oder ein Solarpanel, das 300 Watt produziert. Wenn man davon ausgeht, dass man täglich zwei Stunden fern sieht und 6 Stunden Sonne hat, dann ist die Investition ins Solarpanel sicher wirkungsvoller als die in den Fernseher. Anders sieht es aus, wenn man z.B. einen alten Wäschetrockner ersetzt, der täglich mehrere Kilowattstunden verbraucht. Da spart man schnell mal mehr Strom als mit Solarpanels zum gleichen Preis.
Stefan Heimers, am 27. Juli 2020 um 09:29 Uhr

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