Das ZDF zeigt Hakenkreuze auf ukrainischen Helmen
Wo immer gesagt wird, auf ukrainischer Seite würden auch ukrainische Neonazis aktiv mitkämpfen, lautet der Kommentar vorschnell: Haha, russische Propaganda-Lügen! Nun hat der deutsche Fernsehsender ZDF in seiner Sendung «Heute» vom 8. September in einem Bericht seines Korrespondenten Bernhard Lichte Bilder von ukrainischen Soldaten in der Ostukraine gezeigt, auf denen – in Nahaufnahme! – etwas genau zu sehen ist: Hitlers Hakenkreuz und das SS-Logo auf den Helmen. Zum Video der ZDF-Sendung, ab ca. 1 Minute 30 Sekunden.
Auf einen Kommentar zu diesen Bildern der Nazi-Symbole auf ukrainischen Helmen hat das ZDF allerdings verzichtet. Warum denn? Schämt man sich vielleicht doch ein wenig, dass die eigene Regierung mit einer anderen Regierung «befreundet» ist, die solche Leute auf die eigenen Staatsbürger schiessen lässt?
Gemäss einem Bericht von NBC wurden die Aufnahmen von einem norwegischen Fernsehteam des Senders TV2 gemacht. Die gezeigten Soldaten gehörten gemäss dem TV2-Team zum berüchtigten Bataillon Asow.
Und ein kleiner Nachtrag: Seit Ulrich Schmid, der Deutschland-Korrespondent der NZZ, der sehr gut russisch spricht, sich selber im ukrainischen Krisengebiet Donbass aufhält und direkt von dort berichtet, ist endlich auch in der NZZ zu lesen, dass die Realität dort etwas komplexer ist als nur: Separatisten, Russen und speziell Putin böse; Kiew, EU, Nato und USA unschuldig und nur um den Frieden bemüht. Siehe «Geisterstadt Donezk» und »Grenzerfahrungen im Neuen Russland». Endlich!
Und ein Nachtrag 2: Zu früh gefreut. Nur Stunden später setzt die NZZ einen sogenannten Gastkommentar ins Blatt, in dem ihre üble Kriegshetze weitergetrieben wird. Inhalt: Die USA müssen endlich wieder die Führung der Nato übernehmen! Als ob Anders Fogh Rasmussen, der Däne, nicht schon Kriegshetzer genug wäre. – Es ist einfach unglaublich!
Und ein Nachtrag 3: Was am 10. September 2014 schon im Guardian stand, dass das Bataillon Asow die Ukraine zu einer Diktatur machen will, bestätigt nun auch Ulrich Schmid, der NZZ-Deutschland-Korrespondent, der sich zur Zeit in der Ostukraine aufhält und dort mit allen Seiten Gespräche führt – in der dortigen Landessprache, auf russisch notabene. In der NZZ am Sonntag vom 14.9.2014 schreibt er nun wörtlich:
«Das Wichtigste kommt zum Schluss des Gesprächs. Nein, sagt Oleg Odnoroschenko, Vizekommandant des Freiwilligen-Bataillons Asow. Nein, das ukrainische politische System könne nicht bestehen bleiben. So viel Korruption und Verkommenheit seien nicht reformierbar. ,Aus Krieg und Revolution› müsse ein neuer Staat heranwachsen, ein Staat auf der Basis der ukrainischen Freiwilligen-Kultur. Mit harter Hand werde man danach regieren, auch mit der Todesstrafe, so lange und so hart, bis die Meritokratie, die Herrschaft der Besten, etabliert sei. Eine demokratische Gesellschaft komme nicht voran. Von Wahlen halte er nichts.»
Und etwas weiter unten im Text schreibt Schmid: «Sogar in der Selbsteinschätzung Odnoroschenkos ist das Asowsche Bataillon eine ,rechtsextreme, nationalistische› Organisation.»
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Hier zu einem weiteren interessanten Video zum Bataillon Asow.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine